Wenn ich mal was sagen darf!

Mit 40 Jahren liegst Du über dem Durchschnitt, aber ich kann mir kein besseres Alter vorstellen um mit Kendo anzufangen. Unser Training bringt jeden an seine persönlichen Grenzen.

Mit dieser Antwort auf einer Email von Jan am 14.01.2016 fing eigentlich für mich alles an. Schnell hatte ich mich zu dem Einsteigerkurs im März 2016 beim Tekkeikan angemeldet. Doch was alles kommen würde, dass hat mir Jan nicht in seiner Email verraten.

Die Vorstellungsrunde am 02. März war hier noch der einfache Teil, aber wie sich jeder vielleicht noch erinnern kann, ist die Fußarbeit am Anfang echt schwer. Spaß hat es trotzdem gemacht und so ist man beim 2. Training noch voller Tatendrang.

Was es bedeutet aus seiner persönlichen Komfortzone herauszukommen, das hat uns Jan bei jedem Training aufs Neue beigebracht. Ob mit lautem Kiai oder Trillerpfeife, egal, Jan hat es geschafft, dass ich mich jedesmal nach dem Training fragte: “Warum machst du das eigentlich?”.

Warum? Weil es neben der Anstrengung auch Spaß gemacht hat. Jeden Mittwoch in die Münchener Straße mit dem Wissen am nächsten Tag nicht mehr sprechen zu können, weil man versucht hat jedesmal ein noch lauteres Kiai rauszukriegen. Oder immer mehr Suburi am Ende des Trainings und am nächsten Tag waren die Arme so schwer, dass man das Gefühl hatte sie nicht mehr hoch zu bekommen.

Aber es war vor allem auch der Zusammenhalt. Man war ja nicht alleine, es ging eigentlich jedem so. Und so wurden auch Freundschaften geschlossen. Sei es beim gemeinsamen Pflegen des Shinai im Park mit der Hilfe und Unterstützung von Savas. Oder beim vorbereiten auf den nächsten Kyu mit den Familien auf dem Tempelhofer Feld. Das Regelmäßige Getränk und gequatsche nach dem Training, waren immer wieder unterhaltsam.

Es kamen die ersten Turniere. Ohne Erfahrung und mit echt viel Angst. Der Erfolg blieb aus, aber nur was die Siege betraf. Denn man war um eine Erfahrung reicher. Und das war für uns auch ein Erfolg. Aber vor allem hat es Spaß gemacht.

Die ersten Lehrgänge mit Japanisches Gästen, waren auch immer eine spannende Herausforderung.

Es kamen weitere Prüfungen dazu. Und obwohl uns die Prüfer sehr wohl bekannt waren, hatten wir immer die Hosen voll.

Und so ging es die Jahre weiter. Turniere, Trainings, Prüfungen.

Und dann 2 Jahre nach meinem Einsteigerkurs, kam der erste Turniererfolg. Weder nach den ersten Turnieren, geschweige denn am Anfang hätte ich geglaubt jemals so etwas zu schaffen. Es stand ja auch gar nicht auf meiner Agenda, ich wollte ja eigentlich nur mit meinen anderen Tekkeikanern Spaß am Turnier haben. Aber mit dem Rückhalt und den Ansporn durch die Vereinskolleginnen/en konnte ich dann doch meinen ersten 3. Platz erkämpfen. Manchmal lohnt es sich doch unter dem Men zuzuhören, wenn Savas vom Rand aus dir etwas zuruft.

Und Ende 2019 stehe ich da mit meinem 1. Dan! Und niemand (außer die anderen Tekkeikner) hätten daran gedacht. Einige können sicherlich nicht verstehen warum es so ein großes Ding für mich ist und das ist auch nicht schlimm. Aber für mich ist es RIESENDING. Es geht nämlich darum etwas geschafft zu haben und durchgehalten zu haben. Ein Ziel welches sich im laufe der kurzen Zeit beim Kendo entwickelt hat. Darauf bin ich selber stolz, aber alleine hätte ich das nicht geschafft.

Und deswegen, möchte ich mich neben allen Tekkeikanern und nicht Tekkeikanern speziell bei den mir 5 persönlich Wichtigsten Menschen im Verein bedanken.

  • Danke Jan, für den tollen Einsteigerkurs und das tolle Training, du hast es geschafft mich aus meiner persönlichen Komfortzone zu holen und es auch noch geil zu finden.
  • Danke Joern für die krassen Trainings und der extreme Ansporn noch mehr zu machen als man eigentlich kann.
  • Danke Ari, für diese tolle Freundschaft und die Unterstützung von deiner Seite. Mit dir zusammen zu leiden ist mir immer wieder eine Freude.
  • Danke Savas, die tollen Gespräche und deine Tipps während der Turniere.

Und zu guter letzt Ali. Danke für dein immer offenes Ohr, deine konstruktive Kritik und die Zeit die du dir genommen hast auch außerhalb des regulären Trainings uns auf Sachen vorzubereiten. Du warst in letzter Zeit eine wichtige Konstante im Verein, nicht nur für mich.

und denkt dran…

WIR SIND TEKKEIKAN!